Unterglasmarkisen: Welche Lösung passt zu Ihrer Terrassenüberdachung?
Eine vorhandene Terrassenüberdachung spendet Schutz vor Regen, kann sich an sonnigen Tagen aber stark aufheizen. Eine Unterglas- oder Unterdachmarkise kann deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein.
Welche Markise geeignet ist, hängt weniger von einem einzelnen Produktnamen ab als von der vorhandenen Konstruktion: Breite, Ausfall, Sparrenabstände, verfügbare Einbauhöhe und gewünschte Bedienung entscheiden darüber, welches System sinnvoll eingesetzt werden kann.
Dieser Ratgeber zeigt, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und wann sich eine Nachrüstung lohnt.
Was sollte vor der Auswahl einer Unterglasmarkise geprüft werden?
Gerade bei bestehenden Terrassenüberdachungen sollte nicht allein nach Breite und Ausfall ausgewählt werden.
Wichtige Punkte sind:
- Abstand und Position der Sparren
- verfügbare Höhe unter der Verglasung
- Befestigungsmöglichkeiten an Aluminium, Holz oder Stahl
- Montage unter oder zwischen den Sparren
- gewünschte Breite und Ausfall
- elektrische Bedienung oder Handkurbel
- Platz für Markisenkasten und Führungsschienen
Je genauer diese Punkte vor der Bestellung geklärt werden, desto geringer ist das Risiko, später bei Montage oder Einbau Probleme zu bekommen.
Unter oder zwischen den Sparren montieren?
Bei vielen Terrassenüberdachungen kann eine Unterglasmarkise entweder unterhalb oder zwischen den Sparren montiert werden.
Montage unter den Sparren
Diese Variante ist häufig einfacher umzusetzen, da die Führungsschienen unterhalb der Dachkonstruktion befestigt werden.
Sie bietet meist mehr Spielraum bei den Abmessungen und erleichtert den Zugang zur Markise.
Montage zwischen den Sparren
Wenn ausreichend Platz vorhanden ist, kann die Markise zwischen den Sparren montiert werden.
Die Anlage integriert sich dadurch optisch stärker in die Terrassenüberdachung.
Dafür müssen die vorhandenen Abstände jedoch genauer berücksichtigt werden.
Elektrisch oder mit Handkurbel?
Die meisten modernen Unterglas- und Unterdachmarkisen werden elektrisch bedient.
Je nach System stehen klassische Schalter, Funkmotoren mit Handsender oder Smart-Home-Lösungen zur Verfügung.
Bei kleineren Anlagen kann eine Markise mit Handkurbel trotzdem eine interessante Alternative sein. Sie benötigt keinen Stromanschluss und hält die Technik bewusst einfach.
Welche Bedienung sinnvoll ist, hängt deshalb vor allem von Markisengröße, Nutzungshäufigkeit und gewünschtem Komfort ab.
Warum das Gegenzugsystem wichtig ist
Unterglasmarkisen laufen nahezu horizontal.
Das Ausfallprofil kann deshalb nicht allein durch sein Eigengewicht zuverlässig ausgefahren werden. Ein Gegenzugsystem sorgt dafür, dass das Ausfallprofil nach vorne gezogen und der Markisenstoff gespannt wird.
Besonders bei größeren Anlagen sollte deshalb nicht nur auf Design und Kastenform geachtet werden.
Auch Führungsschienen, Gegenzug und Tuchspannung sind wichtige technische Merkmale.
ZIP-Führung oder klassische Unterglasmarkise?
Bei klassischen Unterglasmarkisen wird das Markisentuch über das Ausfallprofil gespannt und seitlich nicht durchgehend geführt.
ZIP-Systeme führen dagegen den seitlichen Tuchkeder innerhalb der Führungsschienen.
Eine ZIP-Führung kann das Tuch seitlich stabilisieren. Bei horizontal laufenden Anlagen entsteht dabei jedoch zusätzliche Reibung zwischen ZIP-Keder und Führung.
Deshalb sollte nicht allein der Begriff „ZIP“ als Qualitätsmerkmal betrachtet werden. Entscheidend ist, wie Führung, Gegenzugsystem und Tuchspannung konstruktiv zusammenarbeiten.
Ein Beispiel für eine solche Lösung ist die SOLATEX SOLIVA ZIP. Das System wurde in einem internen Dauertest über 10.000 Bewegungszyklen geprüft. Ein solcher Bewegungszyklentest ersetzt jedoch keine Langzeitprüfung unter realen Umwelteinflüssen wie Verschmutzung sowie wechselnden Sommer- und Wintertemperaturen.
Unterglasmarkise an bestehendem Terrassendach nachrüsten
Bei vielen Terrassenüberdachungen kann eine Unterglasmarkise auch nachträglich montiert werden.
Die Verglasung muss dafür in der Regel nicht entfernt werden.
Voraussetzung ist jedoch, dass geeignete Befestigungspunkte vorhanden sind und ausreichend Platz für Markisenkasten, Führungsschienen und Ausfallprofil zur Verfügung steht.
Gerade bei älteren oder individuell gefertigten Überdachungen sollte die Einbausituation deshalb vor der Bestellung geprüft werden.
Online konfigurieren oder Fachbetrieb beauftragen?
Für Unterglasmarkisen gibt es heute grundsätzlich zwei Wege.
Technisch versierte Kunden können viele Anlagen nach Maß konfigurieren und selbst montieren.
Wer bei Aufmaß, Befestigung oder Montage unsicher ist, kann dagegen einen Fachbetrieb mit Beratung und Einbau beauftragen.
Interessant sind inzwischen auch Systeme, bei denen die Markise zunächst online konfiguriert und anschließend die geplante Einbausituation geprüft werden kann.
Bei SOLATEX können beispielsweise Maße, Ausstattung und Bedienung im Konfigurator zusammengestellt werden. Zusätzlich können Angaben und Fotos der vorhandenen Terrassenüberdachung zur technischen Plausibilitätsprüfung übermittelt werden.
Damit lässt sich die Planung einer Selbstmontage besser absichern, ohne auf die Vorteile einer direkten Online-Konfiguration verzichten zu müssen.
Welche Lösung ist sinnvoll?
Eine pauschal beste Unterglasmarkise gibt es nicht.
Für kleinere Terrassenüberdachungen kann eine kompakte Anlage mit einfacher Bedienung vollkommen ausreichen.
Bei großen Breiten und Ausfällen werden dagegen ein leistungsfähiges Gegenzugsystem, stabile Führungsschienen und eine zuverlässige Tuchspannung wichtiger.
Wer eine bestehende Terrassenüberdachung nachrüsten möchte, sollte deshalb zuerst die Einbausituation betrachten und erst danach das konkrete Markisenmodell auswählen.
Beratung oder Fachbetrieb finden
Wenn Sie unsicher sind, welche Beschattung zu Ihrer Terrassenüberdachung passt, kann eine fachliche Prüfung vor der Bestellung sinnvoll sein.
Zukunftspartner Sonnenschutz vermittelt auf Wunsch Ansprechpartner für Beratung, Aufmaß und Montage.
Alternativ können technisch versierte Kunden ihre Markise direkt beim Hersteller konfigurieren und prüfen lassen.
